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Beschriftetes Bergpanorama – Meine Anleitung

Heute möchte ich euch ein paar Tipps geben, wie ihr die Gipfel in eurem Bergpanorama beschriften könnt, um ein hochqualitatives Bild inklusive Beschriftung zu erhalten. Als Beispielbild in diesem Beitrag soll das folgende Panoramafoto von den Ötztaler Alpen dienen, das ich 2012 vom Gipfel der Wildspitze aufgenommen habe.

Ötztaler Alpen vom Gipfel der Wildspitze

Ötztaler Alpen vom Gipfel der Wildspitze


Beschriftetes Bergpanorama, was wird dazu benötigt?
  • Euer fertig zusammengesetztes und bearbeitetes Bergpanorama 
  • Die Internetseite: Panorama erzeugen (von Ulrich Deuschle)
  • Adobe Photoshop
  • Meine Photoshop-Vorlage (Zip-Datei) zum Beschriften der Gipfel

Nun möchte ich euch in drei Schritten näher bringen, wie ich beim Beschriften meiner Bergpanoramen vorgehe.

Schritt 1: Panorama fotografieren und zusammensetzen

Wie ich ein Bergpanorama fotografiere und zusammensetze habe ich sehr ausführlich in diesem Beitrag beschrieben. Dieser Schritt endet mit einem fertig bearbeiteten Bergpanorama, das als Ausgangsmaterial zum Beschriften der Gipfel nun bereitsteht.

Schritt 2: Namen der Gipfel bestimmen

Ich denke euch geht es so wie mir. Ich kenne bei weitem nicht alle Gipfel, die ich auf meinen Bergfotos abbilde, also muss ich zunächst die Gipfel bestimmen. Es gibt dazu ein paar Handy Apps, die Vorort hilfreich sein können (zB Peak Finder Earth). Ich mache das aber alles in Ruhe zu Hause mit Hilfe der Seite Panorama erzeugen von U. Deuschle. Die Web-Applikation hat umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten, ich nutze aber in der Regel die Standardeinstellung.

Ich gebe zunächst den Aufnahmestandort unter „Name des Gipfels“ ein, an dem ich das Panorama geschossen habe. Sehr oft ist das ein Gipfel, weil man natürlich an den höchsten Punkten der Bergtour den besten Ausblick hat. Sobald ihr dort etwas einträgt, öffnet sich eine Schnellauswahl und ihr könnt einfach den Gipfel aus der Liste auswählen. Ist der Ort, an dem ihr das Bergpanorama aufgenommen habt, kein Gipfel, dann klickt mit der linken Maustaste auf den entsprechenden Punkt in der Karte.

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Bergpanorama beschriften: Aufnahmestandort eingeben (copyright U. Deuschle)

Die drei roten Linien im Kartenausschnitt entsprechen der Blickrichtung am Aufnahmestandort. Ihr solltet wissen, in welche Richtung ihr fotografiert habt. Die Blickrichtung lässt sich entsprechend der Himmelsrichtungen in Auswahlboxen unter der Eingabefunktion des Gipfels ändern. Wählt hier die richtige Richtung aus!

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Blickwinkel eingeben (copyright U. Deuschle)

Das war es dann auch schon mit den Einstellungen der Seite. Klicke nun rechts unten auf Panorama anzeigen und es öffnet sich ein neues Fenster mit einer schematischen Ansicht des Bergpanoramas mit den Gipfelnamen und den entsprechenden Höhenangaben. Wirklich eine tolle Funktion, die uns Herr Deuschle zur Verfügung stellt!

Wenn ihr den Cursor der Maus auf einen Gipfel bewegt, dann wird der Name und die Höhe des Gipfels angezeigt. Bei den Höhendaten sind manchmal Fehler vorhanden, also überprüft diese nochmals im Netz (zB.: auf der Seite amap.at). 

Panorama anzeigen

Panorama anzeigen (copyright U. Deuschle)

Ein weiteres tolles Feature der Panoramadarstellung ist die Lupenfunktion. Ist die Panoramalandschaft nämlich sehr weitläufig könnt ihr die Konturen der Gipfel nicht gut erkennen. Du klickst ganz oben im Bild auf die Lupenfunktion und ziehst das Lupenfenster mit der Maus auf den entsprechenden Bereich. Es öffnet sich nun ein neues Fenster mit einer Detailansicht, in der die Gipfel viel besser erkennbar sind. Probiert es aus, die Funktion ist äußerst hilfreich.

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Fernglas (copyright U. Deuschle)

Nun habt ihr alle Voraussetzungen, um euren Gipfel zu bestimmen. Habt ihr ein sehr weitläufiges Panorama (beispielsweise mit einem Super-Weitwinkel Objektiv) geschossen, dann müsst ihr die Blickrichtung vom Aufnahmestandort immer wieder anpassen, damit euer gesamter Panoramaausschnitt erfasst wird. Verändert dazu einfach die Himmelsrichtungen wie ich weiter oben im Text erklärt habe.

Schritt 3: Beschriften der Gipfel in Photoshop

Zum Beschriften der Gipfel in Photoshop ladet euch zunächst meine Photoshop-Vorlage herunter. Ich werde euch nun Schritt für Schritt erklären, wie ihr in Photoshop vorgeht.

Öffnet zunächst euer fertig zusammengesetztes Panorama in Photoshop und wählt eine Ansicht, in der euer gesamtes Bild dargestellt ist (mit ALT und dem Rad eurer Maus könnt ihr bequem und schnell Zoomen). Öffnet ebenso meine Photoshop-Vorlage. Die beiden Dateien werden in Photoshop in zwei Tabs angezeigt.

Vorlage und Panoramabild in Tabs

Vorlage und Panoramabild in Tabs

Die Vorlage besteht aus zwei Ebenen, nämlich einem schräg angeordneten Gipfelnamen und einem Strich. Beide Elemente werden später jeweils einem Gipfel in eurem Panoramabild zugeordnet.

Vorlage zum Gipfel beschriften

Nun geht ihr in die Photoshop-Vorlage und markiert die beiden Ebenen „Strich“ und „Großglockner„.

Ebenen markieren

Nun macht ihr einen Rechtsklick und wählt „Ebenen duplizieren„. Es öffnet sich ein Fenster, in dem ihr nun unter „Dokument“ euer in Photoshop geöffnetes Panorama auswählt.

Ebenen in euer Panoramabild exportieren

Die Ebenen werden nun in euer Panorama kopiert und dienen euch dort als Basis für die Beschriftung der Gipfel. Erscheinen die beiden Ebenen nicht im Bild, dann zoomt stark aus eurem Bild heraus. Es kann nämlich sein, dass sich die Ebenen irgendwo in den Randbereichen verstecken. Markiert die Ebenen und zieht sie in euer Bild. Nun könnt ihr die Vorlage schließen. In den weiteren Schritten arbeitet ihr nur mehr in eurem Panoramabild.

Um die Ausrichtung der beiden Elemente, Strich und Gipfelname, zu erleichtern, fügt eurem Panorama eine horizontale Hilfslinie hinzu. Wählt dazu „Ansicht„, „Neue Hilfslinie“ und wählt „horizontal“ aus. Wählt mit dem Shortcut V nun das Verschieben-Werkzeug aus und positioniert die Linie mit der Maus so, dass euch oberhalb der Linie genügend Platz für die Gipfelnamen und Höhenangaben bleibt. 

So sieht nun das Panorama inklusive der zwei Ebenen, „Strich“ und „Gipfelname“, und der Hilfslinie aus. Die Ebenen sind noch nicht ausgerichtet und die Schrift des Gipfelnamens ist noch zu groß.

Hilfslinie in Photoshop

Kopierte Ebenen und Hilfslinie in Photoshop

Zunächst wird die Ebene „Strich“ und der erste Gipfelname richtig positioniert. Dazu markiert ihr zuerst die Strich-Ebene und bewegt sie mit den Cursortasten zum entsprechenden Gipfel im Bild. Bei gedrückter Shift-Taste geht das Ganze etwas schneller. Ist der Strich am gewünschten Gipfel positioniert, drückt die Enter-Taste. Nun muss der Strich noch in der Länge angepasst werden. Dazu zoome ich stark in das Bild hinein, setze am mittleren der drei kleinen Quadrate  mit der Maus an und verlängere den Strich bis zum höchsten Punkt des Gipfels hinunter. In der vergrößerten Ansicht lässt sich der Strich auch noch genau mit dem Cursor bewegen und perfekt ausrichten. Dasselbe mache ich nun am oberen Teil des Striches indem ich diesen bis zur Hilfslinie hinauf verlängere.

Zoomansicht

Zoomansicht

Nun markiere ich die Ebene des Gipfelnamens und positioniere die Ebene wieder mittels gedrückter Shift-Taste und den Cursortasten über dem Strich. Die Hilfslinie dient wieder zur perfekten Ausrichtung der Ebene. Ihr könnt nun auch noch die Größe des Textes nach euren Wünschen ändern.

Ausrichtung an der Hilfslinie

Ausrichtung an der Hilfslinie

Textgröße ändern in Photoshop

Textgröße ändern in Photoshop

Nun ist der erste Gipfel in eurem Panorama beschriftet. 

Erster Gipfel beschriftet

Erster Gipfel beschriftet


Optimierter Workflow

Zuletzt möchte ich euch kurz noch einen optimierten Workflow vorstellen, der das Beschriften des Bergpanoramas effizienter macht.

Schritt 1: Positioniert den ersten Strich am ersten Gipfel am linken Ende des Panoramas und passt die Länge an indem ihr den Strich an der horizontalen Hilfslinie und am Gipfel ausrichtet.

Schritt 2: Positioniert zunächst alle Striche an allen Gipfeln im Panorama, die ihr beschriften wollt. Markiert dazu die Ebene des ersten Striches und drückt ALT und die rechte Cursortaste. So wird eine exakte Kopie der Ebene erstellt. Bewegt nun den kopierten Strich zum nächsten Gipfel, verwendet aber immer nur die linke und rechte Cursortaste dazu, denn so stellt ihr sicher, dass der obere Teil des Striches immer exakt an der Hilfslinie ausgerichtet bleibt. Der untere Teil wird dann in der Zoomansicht entsprechend der Höhe des Gipfels angepasst (wie oben erklärt). Nachdem ihr eine der kopierten Ebenen bearbeitet habt, drückt immer die Enter-Taste, um die Transformation der Ebene abzuschließen. 

Alle Gipfel besitzen nun einen Strich zum Beschriften in eurem Bergpanorama.

Alle Gipfel bekommen einen Strich

Alle Gipfel bekommen einen Strich

Schritt 3: Nun markiert ihr die Ebene, die der Beschriftung des ersten Gipfels ganz links entspricht. Mit ALT und der rechten Cursortaste könnt ihr auch diese Ebene kopieren. Bewegt die kopierte Ebene mit der Beschriftung zum nächsten Gipfel. Wählt das Text-Werkzeug aus (Taste T) und macht einen Doppelklick auf die Beschriftung. Nun könnt ihr den Namen und die Höhenangabe ändern. Geht von links nach rechts bei allen Gipfeln, die ihr beschriften wollt, genau so vor! Das war’s dann auch schon. 

Ihr habt nun ein Bergpanorama mit beschrifteten Gipfeln, sieht doch toll aus, oder?

Fertiges Panorama mit beschrifteten Gipfeln

Fertiges Panorama mit beschrifteten Gipfeln

Hier findet ihr alle meine beschrifteten Bergpanoramen.

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Ein Kommentar zu “Beschriftetes Bergpanorama – Meine Anleitung

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