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Die zehn höchsten Berge Österreichs – ein Versuch

Der Großglockner (3798m), der höchste Berg Österreichs

Der Großglockner (3798m), der höchste Berg Österreichs

Aktualisiert im Juni 2016.

Für viele Bergsteiger sind Listen von den höchsten Bergen einer bestimmten Region zum Erreichen ihrer sportlichen Ziele wichtig. Aber welche sind die zehn höchsten Berge Österreichs? Eigentlich eine einfache Frage, oder doch nicht? Die Schwierigkeit besteht darin, was man als Berg definiert und welche Kriterien man bei der Auflistung heranzieht. In diesem Beitrag möchte ich mich deshalb mit diesem Thema befassen.
 

Höchste Berge Österreich-Großglockner Kals

Großglockner Westseite von Kals (Hohe Tauern)

Eine Liste der zehn höchsten Berge Österreichs weist eine gewisse Dynamik auf, was bedeutet, dass sich die Höhe eines Berges ändern kann. Einige Berge sind Schneegipfel bzw. vergletschert. Durch das Abschmelzen verringert sich natürlich die Höhe, was beim Großvenediger und beim Hinteren Brochkogel der Fall ist. Somit kann sich die Reihenfolge der zehn höchsten Berge gelegentlich verändern. Bei den drei Höchsten – Großglockner, Wildspitze und Weißkugel – ist dies eher unwahrscheinlich.

Die Schwierigkeit bei der Erstellung solcher Listen besteht darin, wie man einen Berg definiert. Der Kleinglockner mit einer Höhe von 3770m fehlt in der Liste, während die Glocknerwand, als vierthöchster Berg (3722m) in die Liste aufgenommen wurde. Hier kommt der Begriff der Schartenhöhe ins Spiel, mit dem versucht wird, zwischen Berg und Gipfel zu unterschieden.

Wildspitze (3768m), der zweithöchste Berg Österreichs: Nordseite vom Gaislachkogel

Wildspitze (3768m), der zweithöchste Berg Österreichs: Nordseite vom Gaislachkogel (Ötztaler Alpen)

Weißkugel (3738m), der dritthöchste Berg Österreichs: Ausblick vom Similaun

Weißkugel (3738m), der dritthöchste Berg Österreichs: Ausblick vom Similaun (Ötztaler Alpen)

Großglockner und Glocknerwand (3722m)

Großglockner und Glocknerwand (3722m): Die höchsten Erhebungen in den Hohen Tauern

Aber was ist eigentlich die Schartenhöhe? Vereinfacht gesagt ist sie der geringste Abstieg, den man machen muss, um auf einen höheren Berg zu gelangen. Die Schartenhöhe eines Gipfels entspricht der Höhendifferenz zwischen einem Gipfel und der höchstgelegenen Scharte, die zu einem höheren Gipfel führt.

Aber was ist jetzt der Unterschied zwischen Berg und Gipfel? Diese Frage ist nicht ganz leicht zu beantworten, da es hierzu kein einheitliches System gibt. Die UIAA hat bei der Erstellung ihrer offiziellen Liste der Viertausender der Alpen eine Mindestschartenhöhe von 30m definiert, um einen Gipfel in die Liste aufzunehmen. War dies bei einem Gipfel nicht der Fall hat man in seltenen Fällen zusätzlich morphologische und alpinistische Kriterien herangezogen.

Großvenediger (3657m), Blick von der Südseite

Großvenediger (3657m), Blick von der Südseite (Hohe Tauern)

Hintere Schwärze (3624m) und Similaun (3599m), die hohen Ötztaler

Hintere Schwärze (links, 3624m) und Similaun (Bildmitte, 3599m), die hohen Ötztaler

Ein Berg muss natürlich eigenständiger sein als ein Gipfel. Je nach Quelle werden hier 100m oder auch 300m Mindestschartenhöhe diskutiert (sehr interessante Artikel darüber findet ihr hier und hier). Diese Größenordnungen beziehen sich allerdings auf die Alpen. Im Himalaya beträgt die geringste Schartenhöhe für einen Berg 500m (siehe hier). Interessant wird es, wenn man die minimale Schartenhöhe mit 300m für die höchsten Berge Österreichs festsetzt. Dann würden nämlich folgende bekannte Berge nicht berücksichtigt werden: Glocknerwand (Schartenhöhe von 125m), Hinterer Brochkogel (160m), Similaun (Schartenhöhe von 250m) und Vorderer Brochkogel (Schartenhöhe von 165m). Da diese Berge allerdings von bergsteigerischem Interesse sind, dürfen sie in der Liste der zehn höchsten Berge Österreichs nicht fehlen.

Markantes Felssegel des Großen Wiesbachhorn (3564m) in der Glocknergruppe

Markantes Felssegel des Großen Wiesbachhorn (rechts, 3564m) in der Glocknergruppe (Hohe Tauern)

Hintere und Vorderer Brochkogel (Ötztaler Allpen)

Nachbarn der Wildspitze: Hinterer und Vorderer Brochkogel (Ötztaler Alpen)

Mir sind leider nicht alle Schartenhöhen der höchsten Erhebungen Österreichs bekannt, und ich weiß leider auch nicht, ob es dazu überhaupt Daten gibt. Ich denke aber, dass man mit einer Schartenhöhe von mindestens 100m die zehn höchsten Berge sehr gut definieren kann.

Die zehn höchsten Berge Österreichs sind demnach:

1) Großglockner (3798m)
2) Wildspitze (3768m)
3) Weißkugel (3738m)
4) Glocknerwand (3722m)
5) Großvenediger (3657m)
6) Hintere Schwärze (3624m)
7) Hinterer Brochkogel (3623m)
8) Similaun (3599m)
9) Großes Wiesbachhorn (3564m)
10) Vorderer Brochkogel (3562m)

Stand Juli 2014 (Höhenangaben: Quelle AMAP.at)

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Anmerkungen: Ich werde diese Liste so aktuell wie möglich halten. Es werden keine Nebengipfel berücksichtigt. Für die höchsten Gipfel (nicht Berge) Österreichs gibt es eigene Listen (siehe 3000er.at bzw. Land der Berge).

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