Austrian Mountain News

Entspannen im Nationalpark Gesäuse

Abendstimmung am Gesäuseeingang

Abendstimmung am Gesäuseeingang

Eigentlich wollten wir zu Ostern 2017 noch ein paar Skitouren im Gesäuse machen, aber weder die Schneelage, noch das Wetter passten Mitte April in Johnsbach. Macht nichts, denn nach meinem Jobwechsel liegen ein paar anstrengende Monate mit vielen neuen Erfahrungen hinter mir, also lassen wir es diesmal einfach gemütlich angehen, um bei nicht allzu ansprechendem Wetter einen Kurzurlaub inklusive Bergwandern, Osterfeuer und Kulturausflug im Gesäuse zu genießen. 

Bereits am Freitag bei der Anreise gelingen mir beim Gstatterboden und bei der Eisenbahnbrücke im Gesäuse ein paar schöne Fotos, bei durchaus noch freundlichem Wetter. Viel mehr blauen Himmel sollten wir das verlängerte Osterwochenende dann nicht mehr sehen, aber was soll’s!

Enns und Gesäuseberge beim Gstatterboden

Enns und Gesäuseberge beim Gstatterboden

Blick entlang der Enns Richtung Hieflau beim Gstatterboden

Blick entlang der Enns Richtung Hieflau beim Gstatterboden

Eisenbahnbrücke Gesäuse

Eisenbahnbrücke Gesäuse

Wir haben drei Nächte beim Kölblwirt gebucht, einer renommierten und sehr ansprechenden Unterkunft im Bergsteigerdorf Johnsbach. Eine sehr gute Wahl! Die Familie Wolf sind sehr nette und zuvorkommende Gastgeber, denen die Gäste sehr am Herzen liegen. Die Zimmer sind gemütlich und das Essen ist wirklich gut!

Da das Wetter am Samstag noch halbwegs passen sollte, entschließen wir uns der Empfehlung von Altbürgermeister und Gastherr Ludwig Wolf zu folgen und eine Bergtour auf die Haindlkarhütte zu machen, was sich ebenso als eine gute Wahl herausstellt.

Über die Gsengscharte auf die Haindlkarhütte

Gegen 10:00 Uhr am Ostersamstag steigen wir am Geröllhang östlich der Haindlwandspitze zur Gsengscharte auf. Die Stimmung ist zwar etwas düster, aber das Wetter sollte eigentlich halten und es ist kein Regen vorausgesagt. Auf der gegenüberliegenden Seite schießt der Gipfel des Admonter Reichenstein (2251 m) in die Höhe, in dessen schroffen Felsflanken sich der Schnee hartnäckig hält.

Admonter Reichenstein (2251 m)

Osteite des Admonter Reichenstein (2251 m)

Das Gestein ist trocken und wir meistern die leicht ausgesetzten Stellen im Aufstieg zur Scharte. An einer etwas ausgesetzteren Stelle kann man durch die Felsen schlüpfen und umgeht eine kurze Kletterei. Ansonsten bereitet uns der Steig durch die Gsengscharte kaum Schwierigkeiten. Über eine einfache, mit Stahlstiften und Stahlseil gesicherte Stelle gelangen wir in die Scharte und steigen zu der in der Ferne sichtbaren Haindlkarhütte ab.

Haindlkarhütte

Haindlkarhütte

Angekommen an der Haindlkarhütte stehen wir nun direkt unter den schroffen Nordwänden der hohen Gesäuseberge – dem Hochtor (2369 m) und dem Großen Ödstein (2335 m).

Die Nordwände der Gesäuseberge: Hochtor und Großer Ödstein

Die Nordwände der Gesäuseberge: Hochtor und Großer Ödstein

Ein imposanter Ort mit einer sehr netten Gastwirtschaft. Die Hütte ist eigentlich erst ab Anfang Mai geöffnet, aber aufgrund der dürftigen Schneelage war sie unerwartet am Osterwochenende bewirtschaftet. Wir stärken uns mit einer hausgemachten Nudelsuppe und steigen nordseitig Richtung Enns mit Blick auf den Großen Buchstein (2224 m) ab. Nach einer guten Stunde erreichen wir die Bundesstraße an der Enns.

Großer Buchstein (2224 m)

Großer Buchstein (2224 m)

Vorbei am Autotunnel haben wir einen tollen Ausblick ins Flussbett der Enns und gelangen entlang des Wanderweges neben der Bundesstraße über den Sagenweg zurück zu unserem Ausgangspunkt.

Blick zur Enns im Nationalpark Gesäuse

Blick zur Enns im Nationalpark Gesäuse

Der Steig über die Gsengscharte zur Haindlkarhütte ist eine lohnenswerte Wanderung im Nationalpark Gesäuse. 

Zurück beim Kölblwirt dürfen wir ein ausgiebiges Ostermahl genießen. Wir lassen den Abend am Osterfeuer mit einem gemeinsamen Bier und netten Gesprächen mit anderen Gästen und der Familie Wolf ausklingen.

Osterfeuer in Johnsbach

Osterfeuer in Johnsbach


Regen im Gesäuse und Besuch des Stift Admont 

Leider stimmt der Wetterbericht tatsächlich und am Ostersonntag regnet es, allerdings mit der einen oder anderen Regenpause. Aber auch dieses Wetter hat seine Vorzüge und bietet interessante Fotomotive.

Nebel im Gesäuse

Nebel und Regen im Gesäuse

Wir haben mit diesem Wetter natürlich gerechnet und daher heute den Besuch des Benediktienerstiftes in Admont geplant, ein gutes Alternativprogramm an Regentagen bei einem Besuch im Nationalpark Gesäuse. Mit dem Auto erreicht man Admont in ca. 15 min von Johnsbach. Kulturliebhaber kommen im Stift Admont auf ihre Kosten, denn neben der Kirche ist vor allem die imposante Stiftbibliothek einen Besuch wert. Ein Spaziergang im Klostergarten rundet unseren Kulturtag ab. 

Stiftskirche Admont

Stiftskirche Admont

Stift Admont

Stift Admont

Kirche und Bergsteigerfriedhof in Johnsbach

Kirche und Bergsteigerfriedhof in Johnsbach

Zuletzt besuchen wir noch die Kirche in Johnsbach und durchstreifen bei Regen und kühlen Temperaturen den Bergsteigerfriedhof.

Nationalpark Gesäuse

Der Nationalpark Gesäuse (hier die offizielle Seite) erstreckt sich über die steirischen Ortschaften Admont, Johnsbach, Weng, Hieflau, Landl und St. Gallen und stellt den nordöstlichsten Teil der Ennstaler Alpen dar. Namensgebend für das Gesäuse ist das Sausen und Brausen der Enns am Gesäuseeingang. An beiden Seiten der Enns ragen steile Kalkberge über das Tal und bilden die bekannten Kletterwände des Gesäuse.  

Das Gesäuse ist ein Paradies für zahlreiche Outdooraktivitäten und bietet dem Natur- und Landschaftsfotografen unzählige Motive wie schroffe Felswände, tosende Gewässer und geheimnisvolle Waldlandschaften. 

Waldlandschaft im Gesäuse

Waldlandschaft im Gesäuse

Egal ob Wandern, Alpinklettern, Bergsteigen, Kajakfahren oder Skitourengehen, der Nationalpark Gesäuse bietet dem Outdoorsportler das passende Ambiente.  

Es war unser dritter Besuch im Gesäuse, sicher nicht uns letzter!

Bitte Teilen!Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterEmail this to someone

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *