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Zeiss Loxia 2.8/21 – Das Traumobjektiv im Outdoortest

ZEISS Loxia 2.8/21

ZEISS Loxia 2.8/21 (Pressefoto copyright ZEISS)

Ich habe schon lange davon geträumt, mir einmal eine komplett manuelle, lichtstarke Festbrennweite mit einer perfekten Abbildungsleistung zuzulegen. Hat einfach etwas, sich für ein Foto richtig Zeit zu nehmen und alles von Hand zu machen. Mit einer Festbrennweite setzt man sich definitiv mehr mit seinem Foto auseinander, bewegt sich und sucht viel bewusster den perfekten Bildausschnitt und die optimale Bildeinstellungen.

Da ich als Landschafts- und Outdoorfotograf sehr viele Aufnahmen mit kurzen Brennweiten schieße, habe ich mich für das edle Ultraweitwinkelobjektiv Loxia 2.8/21 aus dem Hause Carl Zeiss entschieden, das ich hauptsächlich an meiner Sony Alpha 7 Vollformatkamera verwende.

Ich habe die Linse nun ein paar Monate in der Outddoorfotografie getestet und möchte euch nun gerne meine Erfahrungen mit dem Objektiv schildern.

Loxia 2.8/21 – Eine manuelle Festbrennweite ohne Schwächen

Das Zeiss Loxia 21 ist eine manuelle Linse, es gibt keinen Autofokus. Die Schärfe muss ebenso wie die Blende direkt am Objektiv eingestellt werden. 

Das Objektiv besteht aus einer Ganzmetallfassung und macht einen sehr wertigen Eindruck, man hat das Gefühl, etwas ganz Besonderes und Kostbares in der Hand zu haben. Trotz der aufwendigen Linsenkonstruktion im Inneren des Loxia 21 ist die Linse überraschend klein, jedoch auch ziemlich schwer (knapp 400 Gramm), was der Handhabung der Edellinse jedoch gut tut.

Das Loxia wird mit einer Gegenlichtblende aus Metall, die nach meinem Geschmack etwas zu lose sitzt, geliefert und ist am Bajonett durch einen auffällig blauen Dichtungsring wetterfest mit der Kamera verbunden, was für einen Outdoorfotografen nicht ganz unwesentlich ist. Als E-mount Linse kann es an der Sony Alpha 7 und der Sony Alpha 6000 Serie verwendet werden. Bei der letzteren kommt ein Cropfaktor von 1.5 dazu, was aus dem Loxia ein schönes 31 mm Reportageobjektiv am APS-C macht.

Die Fokuseinstellung am Objektiv hat einen großen Drehwinkel und einen wirklich perfekten Widerstand, mit dem man sehr angenehm und genau manuell scharfstellen kann. Sicher eines der Highlights dieser Linse. Auf dem Objektiv ist eine Entfernungsskala (Meter und Feet) und eine Tiefenschärfeskala angebracht.

Blendenring und Tiefenschärfeskala am ZEISS Loxia 21

Blendenring und Tiefenschärfeskala am ZEISS Loxia 2.8/21 (Pressefoto copyright ZEISS)

Die Blende wir an einem Blendenring eingestellt, der mit einer verstellbaren Funktion ausgestattet ist, um die Blendeneinstellungen stufenlos zu verstellen, was für Videoanwendungen sehr hilfreich sein kann. Das passende Werkzeug zum Verstellen wird mitgeliefert.

Mit einer maximalen Blende von f/2.8 ist das Loxia ein lichtstarkes Weitwinkelobjektiv, das dem Fotografen bei wenig Licht ausreichend Spielraum lässt und schöne Bokeh-Effekte ermöglicht, sofern nahe Objekte abgebildet werden. Nahaufnahmen sind durch eine Naheinstellgrenze von 25 cm gut möglich.

Das kleine Loxia 21 hat einen Filterdurchmesser von 52 mm, ein weiterer Pluspunkt, was den Filterkauf erschwinglich macht.

Alles im allen ist das Loxia 21 ein perfekte Linse mit einer hervorragenden Schärfe bis in die Randbereiche und dadurch eine optimale Weitwinkellinse ohne wirkliche Schwäche. Bei einem Preis von ca. 1500 Euro darf man das allerdings auch erwarten.

Zeiss Loxia 21 perfekte Schärfe bis an den Rand

Zeiss Loxia 21 – perfekte Schärfe bis an den Rand (21 mm, f/11, 1/60 s, ISO 200)


Blende und Schärfeeinstellungen an der Sony Alpha 7

Ich habe das Zeiss Loxia 21 seit ein paar Monaten im Outdooreinsatz an meiner Sony Alpha 7 getestet und bin wirklich begeistert von der Qualität der Fotos und der Vielseitigkeit des Objektives. Die Brennweite von 21 mm ist für die Landschaftsfotografie nahezu ideal, nur selten war ich in einer Situation, die wirklich mehr Weitwinkel (also eine geringere Brennweite) erforderte. 

Um eine optimale Schärfe zu erzielen, ist ein exaktes manuelles Fokussieren nötig. Dazu verwende ich an der Sony Alpha 7 die Fokusvergrößerung-Funktion, die ich mir auf die C1-Schnellfunktionstaste neben dem Auslöser gelegt habe. Durch mehrmaliges Drücken der C1-Taste wird die Zoomfunktion der Fokusvergrößerung aktiviert. Über die Links-, Rechts-, Oben-, Unten-Tasten am Einstellrad lässt sich das Fokusvergrößerungsfeld an den exakten Ort im Bild bewegen, wo dann Scharfstellung durch Drehen des Fokusringes am Objektiv erfolgt. Anfangs ist allerdings etwas Übung für scharfe Fotos notwendig, doch man bekommt recht bald ein gutes Gefühl dafür.

Etwas weniger glücklich war ich mit der Fokus Peaking-Funktion an der Sony Alpha 7. Während ich das Peaking an meiner Sony Alpha 6000 mit dem SEL1018 sehr häufig und erfolgreich verwende, ist diese Funktion an der Alpha 7 meist ungenau, was an der geringeren Schärfentiefe der Vollformatkamera liegen müsste. Die Fokusvergrößerung ist daher am Vollformat eine deutlich bessere Option.

Die Blende lässt sich problemlos und einfach am Blendenring einstellen. Ich verwende hier beim Fotografieren die nicht-Stufenlose Einstellung. Die Blendeneinstellungen werden zusammen mit allen weiteren Aufnahmeeinstellungen übrigens problemlos in die EXIF-Daten geschrieben, was bei einem manuellen Objektiv nicht selbstverständlich ist. Der Blendenring befindet sich etwas nahe am Fokusring des Objektivs, wodurch man beim Verstellen der Blende unabsichtlich auch den Fokus verstellen könnte. Man gewöhnt sich allerdings sehr schnell daran und generell stellt diese Konstruktion eigentlich kein wirkliches Problem dar.

Loxia 21/2.8 Beispielbilder 

Nun möchte ich euch noche ein paar Bilder zeigen, die ich mit dem Loxia 21 geschossen habe. Die Linse hält was sie verspricht! Das Loxia 21 ist bereits bei Offenblende sehr scharf, blendet man etwas ab, nimmt die Schärfe noch zu und zwar durchgehend bis in die kritischen Randbereiche.

Für meine Landschaftaufnahmen verwende ich meist Blende f/8 bis f/11. Aber auch bei Blende f/2.8 macht das Loxia 21 eine gute Figur. Dadurch lassen sich natürliche Stimmungen bei wenig Licht sehr schön darstellen.

Zeiss Loxia 21 bei Blende f/2.8

„Niko, der Bogenschütze“ (21 mm, f/2,8, 1/20 s, ISO 1000)

Bei der Aufnahme naher Objekte bei Offenblende erhält man ein schönes Bokeh.

Zeiss Loxia 21 Bokeh

Zeiss Loxia 21 Bokeh (21 mm, f/2,8, 1/800 s, ISO 100)

Die für ein Ultraweitwinkelobjektiv typischen tonnenförmigen Verzeichnungen sind vorhanden, fallen aber gering aus und lassen sich in Lightroom gut korrigieren (in den aktuellen Lightroom-Versionen gibt es ein Korrekturprofil für das Loxia 21).

Cromatische Abberationen sind gering, eine Vignettierung ist vor allem bei Offenblende vorhanden, beides lässt sich jedoch ebenso in Lightroom korrigieren.

Eine absolute Stärke des Objektivs sind die wunderschönen Sonnensterne bei Gegenlichtaufnahmen, die ab Blende f/4 in Erscheinung treten.

Malerwinkel am Königssee"

„Malerwinkel am Königssee“ (21 mm, f/11, 1/160 s, ISO 100)

In Kombination mit dem rauscharmen Vollformatsensor der Sony Alpha 7 Serie ist das Loxia 21 als Ultraweitwinkelobjektiv und durch die hohe Lichtstärke ein ideales Objektiv für die Astrofotografie.

Das Zeiss Loxia 21 in der Astrofotografie

Das Zeiss Loxia 21 in der Astrofotografie (21mm, f/2,8, 15 s, ISO 2500)

Das Loxia 21 ist zwar schwer, aber wirklich kompakt und im Outdoorbereich sehr gut nutzbar. Gerade für die Abbildung von weitläufigen Berg- und Seelandschaften, die für mich als Bergsteiger und Kajakfahrer besonders wichtig sind, macht das Loxia 21 eine wirklich sehr gute Figur.

Zeiss Loxia 21 Panorama

„Hintersee im Winter“ (21mm, f/11, 1/80 s, ISO 80)


Fazit

Wertig und knackscharf bis an den Rand, lichtstark, was will man als Outdoorfotograf mehr. Die 21mm Brennweite sind für den Outdoorbereich eine perfekte Brennweite. Lediglich die Gegenlichtblende könnte etwas fester am Objektiv sitzen. Für viel Geld bekommt man beim Zeiss Loxia 21 die perfekte manuelle Linse ohne wirkliche Schwächen.

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